Was ist Losdemokratie?

Losdemokratie bedeutet, dass Entscheidungsgremien per Los besetzt werden – statt durch Wahlen. Was heute ungewöhnlich klingt, war in der ersten Demokratie der Welt, im antiken Athen, der Normalfall: Die meisten wichtigen Ämter wurden dort ausgelost, weil die Athener überzeugt waren, dass alle Bürger einander politisch auf Augenhöhe begegnen sollten. Auch wenn wir heute einiges anders machen würden als die Athener – geloste Entscheidungsgremien sind zentrale Bausteine jeder Losdemokratie. Diese Gremien bestehen in der Regel aus 25 bis 200 oder mehr gelosten Mitgliedern (je nach Wichtigkeit des Gremiums). Jeder Wahlberechtigte hat die gleiche Chance, in ein Gremium gelost zu werden, und jeder wird für seine Teilnahme angemessen entschädigt. Natürlich wird niemand dazu gezwungen werden, einer Einladung zu folgen – das wäre ja nicht im Sinne der Bürger, und es sind die Bürger selbst, die dieses System gestalten.

Heute werden themenbezogene Bürgergremien stark favorisiert, da sich die gelosten Bürger dort auf ein Thema fokussieren können, und so mehrere Gremien parallel abgehalten werden könnten (man würde also nicht einfach den Bundestag losen).

Es ist eine in zwei Hälften geteilte Infografik. Links ist überschrieben mit "So funktioniert ein gelostes Gremium." Darunter ist ein Prozess abgebildet: 1. "Zufallsauswahl" ("Geloste BürgerInnen: repräsentativ, unabhängig, unkorrumpiert"). 2. "Expertenwissen" ("Expertenwissen wird transparent und ausgewogen hinzugezogen."). 3. "Gruppenphase ("Kleine wechselnde Gruppen entwickeln Ideen gemeinsam."). 4. "Konsentprinzip" ("Enschieden wird, was den geringsten Widerspruch findet.") und 5. "Umsetzung" ("Spitzenpersonal setzt die Beschlüsse um") Die zweite Hälfte der Infografik ist mit "So funktioniert Losdemokratie" überschrieben. Darunter Text: "In einer Losdemokratie werden Bürgergremien regelmäßig neu per Los besetzt. So kann sich kein Klüngel bilden. Zudem kommt so nach und nach jeder mal an die Reihe. Gremien finden auf allen Ebenen statt, von Bundesebene bis Kreisebene. Jedes Gremium hat eine andere Aufgabe. Zum Beispiel sind denkbar: Bearbeitung einer Sachfrage, z.B. Wie bauen wir Bürokratie ab? Wie verteilen wir das Budget? Wie schützen wir unsere Umwelt? Bearbeitung einer Demokratiefrage, z.B. Wie (oft) losen wir? Wie funktionieren Gremien im Detail? Was für Gremien brauchen wir? Berufung von Spitzenpersonal wie z.B. Minister oder Bürgermeister (alternativ werden solche Posten weiterhin durch Wahlen vergeben) Kontrolle von Spitzenpersonal Spitzenpersonal muss regelmäßig vor einem zuständigen Kontrollgremium Rechenschaft ablegen"

Wo kann man mehr dazu lernen?

Bürgerräte und Losdemokratie

Bürgerräte sind eine moderne Anwendung des Losverfahrens – aber sie sind nicht dasselbe wie Losdemokratie.

  • Bürgerräte bringen eine zufällig ausgewählte Gruppe von Bürgern für eine begrenzte Zeit zusammen, um Empfehlungen zu erarbeiten.
  • Losdemokratie geht weiter: Hier würden ganze Entscheidungsorgane per Los besetzt.

Bürgerräte zeigen heute, dass zufällig ausgeloste Menschen sehr wohl fähig sind, komplexe Fragen verantwortungsvoll zu bearbeiten. Aber sie haben keine verbindliche Entscheidungsgewalt.

Die Losdemokratie-Partei

Die Losdemokratie-Partei ist eine neue Partei, die August 2025 gegründet wurde, und momentan bundesweit zirka 80 Mitglieder hat. Ihr einziges Ziel ist, Losdemokratie in Deutschland zu fördern beziehungsweise umzusetzen. Konkret verfolgt sie dafür folgende Zwecke:

  • Sie macht sich stark für die Empfehlungen von bereits stattgefundenen gelosten Bürgerräten (nicht ihre eigenen Ansichten).
  • Sie fordert neue geloste Bürgerräte.
  • Sie fordert verbindliche geloste Bürgerversammlungen, und sich so schließlich selbst überflüssig machen.

Die Partei ist hier auffindbar:

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